Stipendiaten 2010

Alfred Michael Franz
Projekttitel: Ein Navigationssystem für die
minimalinvasive Tumorbehandlung
Hochschule: Universität Heidelberg und Hochschule Heilbronn
Studiengang: Medizinische Informatik
Kurzbeschreibung
"Ein Navigationssystem für die minimalinvasive Tumorbehandlung"
Motivation
Krebs wird nach Meinung von Experten in etwa zehn Jahren die häufigste Todesursache in Deutschland sein. Neue Möglichkeiten der Behandlung sind daher Gegenstand der Forschung. Im Bereich der Therapie von Tumoren im Weichgewebe, wie beispielsweise der Leber, bieten neue minimal-invasive Verfahren eine schonende Möglichkeit der Behandlung. Solch ein Verfahren ist z.B. die Radiofrequenzablation (RFA), bei der ein nadelförmiges Instrument in krankhaftes Gewebe eingeführt und der Tumor durch lokale Temperaturveränderungen zerstört wird. Eine große Herausforderung ist dabei die Platzierung des Instruments, insbesondere da sich die Zielstruktur während des Eingriffs aufgrund der Atmung bewegt.
Vorarbeiten
Am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg wird in der Abteilung Medizinische und Biologische Informatik von Prof. Dr. Hans-Peter Meinzer im Rahmen des Graduiertenkollegs 1126: Intelligente Chirurgie an neuen Verfahren zur Krebsbehandlung geforscht. Die Wissenschaftlerin Dr. Lena Maier-Hein entwickelte dort ein computergestütztes Navigationssystem für Ärzte. Dieses System ermöglicht eine genaue Platzierung von nadelförmigen Instrumenten, wie bei der Radiofrequenzablation nötig. Es arbeitet dabei mit kamerabasierter Lokalisation (optisches Tracking) der Instrumente. Ein Nachteil dieser Methode ist die nötige freie Sichtlinie zwischen Trackingsystem und Instrument, welche die Handhabbarkeit des Systems erschwert.
Das Forschungsprojekt
Im Rahmen des Forschungsprojekts soll das System durch Einsatz eines auf Elektromagnetismus basiertem Trackingsystems weiterentwickelt werden. Bei dieser Art von Tracking ist keine freie Sichtlinie zum Instrument nötig, und es ergeben sich weitere Vorteile, wie Verringerung der Nadeldicke des Instruments und somit der Invasivität des Eingriffs. Durch die Integration dieses Trackingsystems soll das Navigationssystem verbessert und die Voraussetzungen für einen klinischen Einsatz geschaffen werden.

- Abbildung 4: Funktionsprinzip des eltromagnetischen Trackingsystems. Das System kann die Position des Sensors in der Nadelspitze eines Instruments über das elektromagnetische Feld bestimmen. Das Trackingvolumen ist dabei der Bereich in dem die Position des Instruments sicher bestimmt werden kann, das Instrument muss sich also während des Eingriffs im Trackingvolumen befinden.




